GWG Grenzen und Kleinbetragsrechnungen 2017 2018

Ab 01.01.2018 gelten für Kleinbetragsrechnungen, geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) sowie für die Aufzeichnungspflichten geringwertiger Wirtschaftsgüter neue Grenzen.

Der Gesetzgeber hat die Grenzwerte für GWG's ab 1.1.2018 angehoben:

  • Der untere Grenzwert für GWG's gem. § 6 Abs. 2 und Abs. 2a EStG wird von 150 € auf 250 € angehoben.
  • Der obere Grenzwert für GWG's nach § 6 Abs. 2 EStG wird von 410 € auf 800 € angehoben.
  • Als Folge werden auch die Grenze für die Aufzeichnungspflichten von GWG's von 150 € auf 250 € angehoben.
  • Die neue Grenze für eine Sofortabschreibung nach § 6 Abs. 2 EStG beträgt 250 €. D.h. Wirtschaftsgüter bis zu einem Betrag von 250 € können sofort gewinnmindernd erfasst werden und unterliegen keinen weiteren Aufzeichnungspflichten.
  • Die neuen Grenzwerte für die Nutzung der Sammelposten-Regelung nach § 6 Abs. 2a EStG liegen zwischen 250 € und 1.000 €.
Besonders hervorzuheben ist die rückwirkend - ab 01.01.2017 - in Kraft getretene Anhebung der Grenze für Kleinbetragsrechnungen von 150 € auf 250 €.

Sind obige Grenzen Netto oder Brutto zu verstehen?

Gemäß R 9b (2) EStR sind obige Beträge NETTO-GRENZEN. Dies gilt sowohl für:
  • "Vollunternehmer", sog. regelbesteuerte Unternehmen als auch für
  • nicht vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen (z.B. Kleinunternehmer, Ärzte) und für
  • Privatpersonen (bei Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit nach §19 EStG).
Das heißt, bei Vollunternehmern sind max. 410 € (Rechnungsbetrag netto) sofort als abzugsfähige Betriebsausgaben zu berücksichtigen.

Bei nicht vorsteuerabzugsberechtigten Unternehmen und Privatpersonen sind somit 487,90 € (Rechnungsbetrag brutto, d.h. inkl. 19% USt) sofort als abzugsfähige Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten berücksichtigungsfähig.

Unser Praxis-Tipp: Bitte prüfen Sie, ob Investitionen zwischen 410 € und 800 € in das Jahr 2018 verlagert werden können. So erfolgt keine Abschreibung nach betriebsgewöhnlicher Nutzungsdauer, d.h. die Anschaffungs- oder Herstellungskosten können in einem Jahr in voller Höhe gewinnmindernd abgezogen werden.


Eingestellt am 29.06.2017 von Anthony Albine-Stieben , letzte Änderung: 30.06.2017

2 Kommentare zum Artikel "GWG Grenzen und Kleinbetragsrechnungen 2017 2018":

Am 03.11.2017 schrieb (anonym) folgendes:
Sehr geehrter Herr Härtl,

unten ist ein Auszug aus den Richtlinien R 9 b(1) + (2) EStR beigefügt, wo aber steht, dass die Grenze für GWG immer Nettowert ist, ob man Vorsteuerabzug berechtigt ist oder nicht.
Wann ist nun richtig?

Wertgrenzen

(2)

Für die Frage, ob bei den Wirtschaftsgütern geringwertigen Anlagegütern i.S.d. § 6 Abs. 2 oder 2a oder § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 7 Satz 2 EStG die Grenzen von 150, 1.000 oder 410 Euro überschritten sind, ist stets von den Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich eines darin enthaltenen Vorsteuerbetrags, also von dem reinen Warenpreis ohne Vorsteuer (Nettowert), auszugehen. Ob der Vorsteuerbetrag umsatzsteuerrechtlich abziehbar ist, spielt in diesem Fall keine Rolle. Dagegen sind für die Bemessung der Freigrenze für Geschenke nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG die Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich eines umsatzsteuerrechtlich nicht abziehbaren Vorsteuerbetrags maßgebend; dabei bleibt § 15 Abs. 1a UStG unberücksichtigt.

Am 08.11.2017 schrieb Anthony Albine-Stieben folgendes:
Vielen Dank für den Hinweis!

Gem. R 9b (2) EStR ist die Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter IMMER ein Netto-Wert.

Den Artikel haben wir soeben bearbeitet. Zögern Sie bei weiteren Fragen oder Unklarheiten bitte nicht uns anzurufen.

Freundliche Grüße
Anthony Albine-Stieben
Team StB Härtl München

Bearbeitet am 08.11.2017 von

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