Steuerklassenwechsel und Erhöhung Arbeitslosengeld

Ja, das Arbeitslosengeld lässt sich in manchen Fällen legal erhöhen! Hier erfahren Sie in welchen Fällen das geht und wann und wie zu handeln ist:
  • Die Arbeitsagentur berechnet das Arbeitslosengeld mit der am 1. Januar eines Jahres gesetzten Steuerklassenkombination. Bis 30.11. eines Jahres (steuerliche Frist) kann unter Ehegatten die Steuerklassenkombination gewechselt werden. In Fällen in denen im oder vor November absehbar ist, dass ein Ehepartner im Folgejahr arbeitslos wird, macht es Sinn die Steuerklassenkombination rechtzeitig zu wechseln, da so das Arbeitslosengeld deutlich höher ausfällt.
  • Das ist zu tun: Spätestens im November wählt der Besserverdienende die Steuerklasse 5 und der/die arbeitslos werdende wählt die günstige Steuerklasse 3. Folge das ALG1 im Folgejahr erhöht sich.
  • Wenn Sie wissen möchten, um wie viel in Ihrem Fall, dann nutzen Sie den ALG-Rechner Ihrer Arbeitsagentur
  • Die Steuernachteile müssen zwar in Kauf genommen werden, doch die zu viel bezahlte Steuer wird durch die Abgabe einer Steuererklärung wieder zurückgezahlt. Die Zeit dazwischen muss durch Ersparnisse oder anderweitig finanziert werden.
  • Der rechtzeitige Wechsel der Steuerklasse ist entscheidend, denn die Arbeitsagentur akzeptiert einen unterjährigen Wechsel grundsätzlich nur, wenn der Wechsel zweckmäßig ist; also zu einer niedrigeren Steuer führen würde. „Dieser vorgeschlagene Wechsel hier“ ist das Gegenteil eines zweckmäßigen Wechsels. Die Steuerklasse am 1.1. kann die Arbeitsagentur nicht ablehnen. Die Arbeitsagentur muss sich nicht an einen unterjährigen Steuerklassenwechsel halten, wenn dieser nicht zweckmäßig ist oder „zu spät“ erfolgt. Da der Wechsel des Besserverdienenden in die schlechtere Steuerklasse nicht zweckmäßig ist, muss vorher gehandelt werden.
  • Zu einem Steuerklassenwechsel „zurück“ kann die Arbeitsagentur nicht zwingen.
  • Häufig stellt sich die Frage wie lange ist die für den „weiterarbeitenden“ schlechte Steuerklasse beizubehalten? Die Antwort lautet: So lange wie die Arbeitslosigkeit dauert. Einen Wechsel zurück würde die Arbeitsagentur als zweckmäßig beurteilen und akzeptieren, das würde aber das Arbeitslosengeld mit sofortiger Wirkung wieder mindern. Es ist also durchzuhalten, bis die Arbeitslosigkeit nicht mehr besteht.
  • Eine Erhöhung des Arbeitslosengeldes durch Zuordnung von Kindern ist im Übrigen auch noch möglich.

Eingestellt am 08.06.2020 von S. Härtl

Kommentar hinzufügen:

Ihr Kommentar wird nach Überprüfung veröffentlicht.
Ihre persönlichen Daten werden nicht angezeigt.
Ihr Name:
Ihr Kommentar:
Registrieren: E-Mail Benachrichtigung bei neuen Kommentaren.
Registrierte Nutzer können Benachrichtigungen per Email
anfordern, unseren Newsletter abonnieren und weitere
Informationen erhalten.
Spamschutz: Bitte geben Sie die Zeichen auf dem Bild ein.
Neu laden

Wie viele Zeichen befinden sich im Bild?


Bewertung: 0,0 bei 0 Bewertungen.
Wie hilfreich fanden Sie diese Informationen?
(1=wenig hilfreich, 5=sehr hilfreich)