Wie berechne ich den Corona-Liquiditätsengpass?

Wir übersetzen für Sie unverbindlich nach Bestem Wissen und Gewissen die Corona Definition des Liquiditätsengpasses des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Information (www.stmwi.de): (Stand 1.4.2020)
Originaltext zur Existenzbedrohung: Ein (existenzbedrohender) Liquiditätsengpass liegt vor, wenn infolge der Corona-Pandemie die fortlaufenden Einnahmen aus dem Geschäftsbetrieb voraussichtlich nicht ausreichen, um die Verbindlichkeiten in den auf die Antragstellung folgenden drei Monaten aus dem fortlaufenden erwerbsmäßigen Sach- und Finanzaufwand (bspw. gewerbliche Mieten, Pachten, Leasingraten) zu zahlen.


Keine existenzbedrohende Lage -> keine Antragstellung!

Addition aller fortlaufenden Einnahmen (Schritt 1)

Das sind die erwarteten Plan Zuflüsse aus betrieblichen Einnahmen Lieferungen und Leistungen der kommenden 3 Monate (ab Antragstellung) unter Berücksichtigung der erwarteten Corona Einflüsse (negative und positive)

Keinesfalls die üblichen Umsätze bei der Ermittlung des Liquiditätsengpasses einsetzen!

Davon abzuziehen ist die 3-Monatssumme Sach und Finanzaufwand (Schritt 2)

genauer: die Summe aller fortlaufender Verbindlichkeiten aus Sach- und Finanzaufwänden ab Antragstellung!
  • Dies entspricht allen kommenden betrieblichen wiederkehrenden einmaliger, monatlicher auch ggf. quartalsweiser Verbindlichkeiten die als Sachaufwand oder Finanzaufwand (Betriebsausgabe) zählen und als Verbindlichkeit zu buchen wären.
  • Beispiele für "Corona-Sachaufwand" finden sie hier
  • Achtung das bedeutet hier gilt kein Abflussprinzip, sondern Verbindlichkeitsprinzip und dem folgend sind dies alle Betriebsausgaben unter Berücksichtigung folgender Besonderheiten:
  • EINSCHLIEßLICH ZINS (unseres Erachten ohne TILGUNG)
  • OHNE Abschreibungen (das sind keine Verbindlichkeiten)
  • OHNE Personalkosten (hierfür ist Kurzarbeitergeld vorgesehen)
  • OHNE private Entnahmen/Einlagen (weil keine Verbindlichkeit).
  • Achtung: nicht übersehen, die ermittelte Monatssumme x 3 Monate zu rechnen!
  • Die DATEV-BWA Zeitreihenauswertung kann hier gute Dienste leisten.

Addition oder Subtraktion (Schritt 3)

Berücksichtigen Sie auch Sondereinflüsse:
  • Einzel-Berücksichtigung von Einmalvorgängen wie z.B. Rückfluss der Umsatzsteuersondervorauszahlung falls dies zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht bereits geschehen ist (da eine Anforderung des Ministeriums bestimmt, dass diese Maßnahmen vorrangig einzuleiten sind),
  • Rückfluss zur Erstattung beantragter betrieblicher Steuervorauszahlungen Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer,
  • Achtung die bis 30.6. zur Stundung beantragten Abgaben wie SV-Beiträge sind eine Verbindlichkeit, denn diese fließen im 3 Monatszeitraum wieder ab (die Stundung endet innerhalb des 3 Monatszeitraumes wenn Sie ab 1.4.2020 Ihren Antrag stellen)

ERGEBNIS = der Liquiditätsengpass

Neu, wichtig und von großer Bedeutung:
Private liquide Mittel müssen nicht (mehr) zur Deckung des Liquiditätsengpasses eingesetzt werden

Rechtlicher Hinweis/Haftungsausschluss:

Beachten Sie dass diese Darstellung sich täglich überholen kann und die aufgeführten Positionen definitiv nicht abschließend genannt sind. Prüfen Sie deshalb stets auch andere Seiten ab und lesen Sie die Definition des Ministeriums, ob diese noch mit der obigen übereinstimmt!. Wir bemühen uns um schnellstmögliche Aktualisierung können jedoch keinerlei Gewähr dafür leisten dass obiges am Ende nicht einer andern Auslegung unterzogen werden wird. Bleiben Sie realistisch, ehrlich, glaubhaft und ermitteln Sie obiges äußerst gewissenhaft. Die Anträge werden überprüft.

Nicht berechtigt zur Beantragung der Corona Hilfen sind:

Betroffene Unternehmen/Unternehmern raten wir unbedingt vor Beantragung anwaltliche Unterstützung ein zu holen.

  • Kapitalgesellschaften deren gez. Kapital aufgrund früherer Verluste zu mehr als der Hälfte verbraucht ist
  • Einzelunternehmen Personengesellschaften mit mind. einem voll haftenden Gesellschafter bei denen mehr als die Hälfte der Eigenmittel/Eigenkapital aufgrund aufgelaufener Verluste aufgebraucht worden ist.
  • Unternehmen mit negativem Eigenkapital
  • Unternehmen die sich in einem laufenden Insolvenzverfahren befinden oder einer Insolvenzantragspflicht unterlägen (auch wenn die Antragspflicht akt. bis 30.9. ausgesetzt ist.
  • Unternehmen die sich in einem Umstrukturierungsplan befinden
  • Große Unternehmen deren letzte beiden Abschlüssen sowohl einen Verschuldungsgrad über 7,5 und ein EBITDA/Zinsaufwandsverhältnis unter 1,0 ausweisen mussten.
  • Die "De-Minimis" Bestimmung grenzt alle Unternehmen aus, die im laufenden und in den letzten beiden Jahren bereits Zinsvergünstigte Mittel und Zuschüsse von über 200 T€ erhalten haben


Eingestellt am 01.04.2020 von S. Härtl
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1 Kommentar zum Artikel "Wie berechne ich den Corona-Liquiditätsengpass?":

Am 11.07.2020 schrieb (anonym) folgendes:
Sehr geehrter Herr Härtl,

Oben steht:

"OHNE Personalkosten (hierfür ist Kurzarbeitergeld vorgesehen)"

Aber was ist denn mit den Minijobbern, die man weiterbezahlt, für diese jedoch kein Kurzarbeitergeld erhalten hat ?

mfg

__________________________________

Antwort:

Dafür gibt es in der ersten Corona Förderung keine Leistung.

In der nun geltenden Überbrückungshilfe auch keine direkte Förderung, sondern nur in Form eines Pauschalen Aufschlages auf die Fixkosten in Höhe von 10% (der förderfähigen Fixkosten)

Viele Grüße
Härtl

Bearbeitet am 13.07.2020 von

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